Freitag, 21. April 2017

[Rezension] Sebastian Fitzek - AchtNacht

[Rezension] Sebastian Fitzek - AchtNacht


Titel: AchtNacht 
Autor: Sebastian Fitzek 
Seitenzahl: 416
Verlag: Knaur TB
ISBN-10: 3426521083
ISBN-13: 978-3426521083
Erscheinung Erstausgabe: 14.03.2017
Genre: Thriller
Handlungsort: Berlin



Meinung:

Seit 1 Jahr geistert ein Internetphänomen mit dem Namen AchtNacht durch das Netz. Man kann für ein paar Euro den Namen eines verhassten Menschen eingeben, den man lieber tot sehen würde. Der Mensch, der dann am 08.08. aus dieser Todeslotterie gezogen wird ist für eine ganze Nacht vogelfrei und darf gejagt und getötet werden, ohne dass es strafrechtlich verfolgt werden würde. Und auf den Tod der gezogenen Person sind obendrein 10 Millionen Euro Kopfgeld ausgesetzt. 
Der Anstoß für wie viele Leute dies ist dem allen Glauben zu schenken und auf die Jagd zu gehen, muss Ben am eigenen Leib erfahren. Er hat zuvor noch nie was von dieser Lotterie gehört und doch wird sein Name gezogen und er wird für eine Nacht zum geächteten.....



Cover:

Das schwarze Cover mit der roten Acht ist schlicht und dennoch gut gemacht. Man sieht, dass es sich um einen Thriller handelt. Ein Mensch rennt vor einer ganzen Meute davon, womit es sehr passend zur Hetzjagd im Buch gestaltet wurde.


Meinung:

Als Fan des Autors lese ich natürlich gern jedes seiner neuen Bücher, aber dieses hier hätte mich auch ohne seinen Namen her von der Grundthematik sofort angesprochen. Viel Kritik gab es ja schon im Vorfeld, dass es zu sehr an den Film "The Purge" erinnert. Sebastian Fitzek lässt es sich auch nicht nehmen, vor der Geschichte und im Nachwort klar zu sagen, dass er sich von diesem Film hat inspirieren lassen. Wer aber wie ich den Film gesehen hat und danach das Buch liest, wird schnell merken, dass es wirklich bei der Inspiration des Grundgedankens geblieben ist und Sebastian Fitzek daraus seine ganz eigene Geschichte mit völlig anderen Aspekten im Vordergrund entwickelt hat.

So spielt das Buch auch nicht wie der Film in der Zukunft, sondern im Berlin des hier und heute. Es handelt von einem sozialpsychologischen Massenexperiment, dass aber völlig aus dem Ruder läuft.
Wie man von dem Autor gewohnt ist, spricht er dabei auch gekonnt aktuelle Themen, wie zum Beispiel die Verbreitung von Gerüchten im Internet, Probleme mit sozialen Medien, Datenaustausch durch das Internet, das Zusammenrotten von Massen, Sensationslust usw. an.
Diese hochaktuellen und an sich schon interessanten Themen verpackt er gekonnt in einen überaus spannenden Thriller, indem er Protagonisten mit interessanten Hintergrundgeschichten entwickelt und um diese eine hochspannende Geschichte aufbaut. Der Anfang des Buches steigt zwar nicht direkt ins Geschehen der AchtNacht ein und ist daher etwas gemächlicher, aber dadurch konnte man erstmal die bewegenden und interessant heraus gearbeiteten Geschichten der Protagonisten in Ruhe kennen lernen, was mir viel lieber war als nur eine völlig seelenlose actionreiche Hetzjagd. Nachdem ich ihre Lebenssituationen kennen gelernt hatte waren mir Ben und Aretsu im Folgenden auch sympatisch, so dass ich richtig mit beiden mitgefiebert habe.

Spätestens mit Beginn der AchtNacht wurde das Buch dann wie von Fitzek gewohnt richtig spannend.  Die Kapitel sind wieder wie immer sehr kurz und so kann man gar nicht mehr aufhören zu lesen. Man rast förmlich durch das Geschehen und mit den Protagonisten durch das nächtliche Berlin. Da sich die Haupthandlung innerhalb von den nur 12 Stunden der "AchtNacht" abspielt, ist das Buch sozusagen fast in Echtzeit geschrieben, was ich ebenfalls sehr interessant fand. 

Ebenfalls gefreut habe ich mich, dass man wie öfters mal durch die Fitzek Bücher hinweg alte Bekannte wieder trifft. So tritt hier kurz ein Fitzek Fans bekannter Moderator aus "Amokspiel" auf und eine doch überraschend große Rolle bekommt ein alter Bekannter aus "Passagier 23". 


Ich habe schon in einigen Rezensionen gelesen, dass viele enttäuscht sind, dass es sich nicht um einen üblichen Fitzek handelt. Man sollte bei AchtNacht auch keinen typischen Psychothriller ala "Das Paket" oder "Die Therapie" erwarten. Es ist actionreicher, aber nicht so weltumspannend wie "Noah", sondern ich würde es vielleicht eher so in die Richtung von "Amokspiel" einordnen.
Mir hat das Buch dennoch super gefallen und ich bin froh, dass Fitzek nicht immer nur in die eine Richtung schreibt, sondern seine Bücher für mich abwechslungsreich bleiben.


Fazit:

Bei "AchtNacht" handelt es sich um einen spannenden Thriller rund um interessante aktuelleThematiken wie die Verbreitung von Gerüchte in den Sozialen Medien und Sensationslust im Internet, der sich zu einer dramatischen Hetzjagd durch das nächtliche Berlin entwickelt und den man durchaus in Echtzeit in einer Nacht durchsuchten kann.



  


   Originalität     

   Umsetzung      

    Schreibstil      

     Charaktere     

        Tempo         

          Tiefe         


        Lesespaß      








1 Kommentar:

  1. Hallo Julia,

    bei Fitzek bin ich zurückhaltend, weil er nicht ganz nach meinem Geschmack schreibt. Aber jetzt machst du mich doch wieder neugierig. *seufz* Ich werde das Buch mal unter Beobachtung setzen. :D

    Liebe Grüße,
    Nicole

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