Dienstag, 6. Dezember 2016

[Rezension] Die Flut - Arno Strobel

[Rezension] Die Flut - Arno Strobel


Titel: Die Flut 
Autor: Arno Strobel
Seitenzahl: 368
Verlag: Fischer
ISBN-10: 3596198356
ISBN-13: 978-3596198351
Erscheinung Erstausgabe: 21.01.2016
Genre: Thriller





Inhalt:

Auf der Insel Amrum geschehen perfide Morde. Pärchen werden überfallen und die Frauen bei Ebbe im Sand eingebuddelt. Die Männer bindet der Mörder daneben an einem Pfahl fest, um sie zusehen zu lassen, wie ihre Frauen bei der kommenden Flut hilflos ertrinken....

Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt den Kopf einer Frauenleiche, wie sie wohl eingebuddelt da liegt und passt daher zum Inhalt. Besonders gut gefällt mir bei den Büchern von Arno Strobel, dass der Fischer Verlag immer das gleiche Design bei behält: dunkel gehalten, ein kleines Bild in der Mitte und die selbe Schriftart. Nur die Farbe der Schriftzüge unterscheidet sich immer. Und ich muss sagen, dass Türkis gefällt mir bis jetzt am Besten. Nebeneinander im Regal sehen seine Bücher auf jeden Fall dank des gleichen Designs richtig toll aus.


Meine Meinung:

Nachdem mir die letzten beiden Bücher von Arno Strobel sehr gut gefallen hatten, war ich sehr neugierig nun endlich sein neustes Werk zu lesen. Und die Ausgangssituation, dass ein Mörder Frauen im Sand einbuddelt, sie von der Flut überspielen lässt und ihre Partner dabei zusehen lässt, wie sie hilflos ertrinken ist ja mal mehr als perfide. Ich erwartete also einen spannenden Thriller, aber das Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück.

Erstmal zum Positiven: Es ist ein sehr gut konstruierter Fall bei dem man gut miträtseln kann. Aber hat man sich auf eine Person als Täter eingeschossen, passiert auf den nächten Seiten etwas, dass einen wieder umschwenken lässt. Und so geht es das gesamte Buch über. Das Ende war für mich nicht vorhersehbar. Erst wenige Seiten vor Schluss ahnte ich, welche Überraschung Strobel für die Auflösung geplant hat. Ganz sicher sein das man richtig liegt, kann man sich aber wirklich erst auf den letzten 3 Seiten. Solche Thriller in denen man miträtseln kann und trotzdem völlig vom unvorhersehbaren Ende überrascht wird mag ich ja total und das ist für mich bei einem guten Thriller sehr wichtig. Wie oft habe ich in letzter Zeit ein schlechtes Ende kritisiert. 

Und nun zum ABER: Der Lesespaß hielt sich während des Buches für mich trotz der Möglichkeit mitzurätseln sehr in Grenzen, denn die Geschichte zog sich wie Kaugummi. Die Ermittlungen drehten sich im Kreis, da sich der Hauptkommissar schon auf einen Verdächtigen eingeschossen hat und diesen unzählige Male verhört. Zwischendurch dann immer wiederholend die gleichen Gedankenmonologe von Julia, einer der Protagonisten, die mit ihrem Freund und einem befreundeteten Pärchen zu der Zeit der Mordserie auf Amrum Urlaub macht. Ich hatte oft das Gefühl man brauchte halt noch ein paar Seiten, damit aus der Geschichte ein Buch werden kann und zog es künstlich in die Länge. Seine beiden letzten Werke "Das Rachespiel" und "Das Dorf" fand ich da im Verlauf viel spannender und nervenaufreibender, da diese auch nicht so sehr dem klassischen Ermittlungskrimi Muster entsprachen, welchem man hier aber wieder begegnet. Auch atmosphärisch gesehen, fand ich die letzten beiden Bücher gelungener. Die Atmosphäre habe ich bei diesem Buch etwas vermisst, obwohl ich sie nachdem ich den Klappentext gelesen hatte bei diesem Setting, auf einer abgeschnittenen Insel, im rauhen Herbst mit diesen perfiden Morden, doch erwartet hätte.



Fazit:

"Die Flut" ist ein gut konstruierter Thriller, der zum Miträtseln einlädt und dessen gelungene Auflösung mich mal wieder überraschen konnte. Aber um bis dahin zu gelangen braucht man einen wirklich langen Atem, da es oft mit Gedankenmonologen und sich im Kreis drehenden Ermittlungen in die Länge gezogen wird, was mir den Lesespaß während des der Lektüre etwas nahm. Da mich der überraschende Ausgang dann aber wieder etwas versöhnte und das für mich mit der wichtigste Punkt für einen Thriller ist, gebe ich dem Buch noch 4 Sterne.




   Originalität     

   Umsetzung      

    Schreibstil      

     Charaktere     

        Tempo         

          Tiefe         

        Lesespaß      





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